Lesetipp von
Lena Meyer
24.10.2025

Endlich ein neuer Krimi Noir von Jake Lamar und er überzeugt mit Tempo und Setting: Protagonist Clyde Morton ist dem Ende nah, auf den ersten Seiten schon. Sein dritter Mord ist passiert, und knapp drei Stunden lässt sein Kontakt bei der Polizei ihn noch decken, damit er sich weit genug vom Tatort entfernen kann. Aber Morton ist unentschlossen wohin, das kann zum Verhängnis werden, ebenso, dass er ein bunter Hund in den Straßen ist und alle paar Meter angesprochen und gegrüßt wird. Seine Ankunft hier in Harlem vor einigen Jahren geht ihm durch den Kopf; seine Karriere im Jazzmilieu nahm damals binnen Tagen Fahrt auf. Ohne Marihuana ging nichts. Und bald nichts mehr ohne ihn, Morton, da schon als „Viper“ in die Szene eingeführt. Zurück nach Alabama war nie mehr eine echte Option für ihn, nicht nur, um nicht als gescheiterter Musiker dazustehen. Das Talent, das ihm einer im Ort eingeredet und dafür in größten Tönen von New York vorgeschwärmt hatte, hatte ihm nämlich gleich der erste anerkannte Bassist zerpflückt, den er traf. Viper hingegen ordnet das Talent anderer richtig ein und so atmet dieser spannende Gangsterroman einiges an 1960er Jahre-Jazz und enthält dazu die Chance einer Liebesgeschichte.

Krimi
Edition Nautilus, 20,00 €

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